Migräne: Dichtung und Wahrheit (Pressespiegel)

14.11.2005 - 09:01 Uhr

München (ots) - Vorurteile und falsches Wissen verhindern die erfolgreiche Behandlung / Mediziner rückt die schiefen Vorstellungen wieder gerade

Zu diesem Thema können wir Ihnen zum honorarfreien Abdruck ein Porträt (Farbe) des Münchener Neurologen Dr. Volker Pfaffenrath zur Verfügung stellen.

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Frauen und Männer, die unter Migräne leiden, wissen das nur zu gut: Man glaubt ihnen nicht so recht, wie stark sie leiden, ihre Krankheit wird nicht ernst genommen, oft belächelt oder sogar verspottet. "Das Unverständnis und die Vorurteile ihrer Umwelt sind ein häufiger Grund, dass viele Migränepatienten nicht zum Arzt gehen, sondern mit irgendwelchen Schmerzmitteln an ihrem Leiden herumdoktern", stellt der Münchener Neurologe Dr. Volker Pfaffenrath bedauernd fest. Allerdings sind vorgefasste Meinungen über die Krankheit auch bei Migränikern weit verbreitet, betont der Facharzt und rückt die schiefen Vorstellungen wieder gerade.



"Migräne ist eine Krankheit von Hypochondern oder Sensibelchen." Falsch und ungerecht! Mit modernen Bildgebungsverfahren lässt sich nachweisen, dass Migräne keine Einbildung ist, sondern ein hochkomplexes körperliches Geschehen im Gehirn.

"Migräne ist wie Kopfschmerz, nur etwas stärker." Falsch! Die Migräneschmerzen kommen anfallsartig und werden von einem Bündel von weiteren quälenden Symptomen begleitet. Von Übelkeit und Brechreiz zum Beispiel, von Taubheitsgefühl im Gesicht oder an den Armen, von extremer Empfindlichkeit gegen Licht oder Lärm.

"Migräne haben nur Streber oder Intellektuelle."Falsch! Die frühere Vorstellung, Migräne gäbe es nur bei bestimmten besonders ehrgeizigen oder peniblen Persönlichkeiten, ist längst überholt. Migräniker finden sich in allen sozialen Schichten und unterschiedlichsten Menschentypen (z.B. haben 11 Prozent aller Bundestagsabgeordneten Migräne).

"Die Ärzte können eh nicht helfen." Auch das ist überholt! Die in den letzten Jahren eingeführten so genannten Triptane (z.B. Maxalt mit dem Wirkstoff Rizatriptan) verhelfen Migränikern zu einer neuen Lebensqualität. Sie machen oft schon nach nur 30 Minuten schmerzfrei. Dr. Pfaffenrath: "Maxalt gibt es auch als Schmelztablette, die sich auf der Zunge auflöst und deshalb nicht mit Flüssigkeit geschluckt zu werden braucht. Das kommt Migränepatienten sehr entgegen, die bei ihren Attacken unter Übelkeit und Erbrechen leiden und deshalb nichts schlucken möchten oder können".

"An Migräne sind Schokolade und zu viele Süßigkeiten schuld." Wieder ein Trugschluss: Der Heißhunger auf Süßigkeiten oder fette Nahrungsmittel ist oft ein Vorbote einer Attacke - der sich danach entwickelnde Kopfschmerz ist Teil der Migräneattacke und keine Folge des Schokoladengenusses.

"Gewiss: Man muss nicht immer gleich zum Arzt, wenn bei einem Infekt der Kopf dröhnt oder nach zu viel Alkohol der Schädel brummt. Oft hilft schon ein Spaziergang an der frischen Luft oder eine einfache Schmerztablette", räumt der Neurologe Dr. Volker Pfaffenrath ein. "Doch wenn die Kopfschmerzen immer wiederkehren, pulsieren und hämmern, ist ärztliche Hilfe nötig und auch möglich. Eine frühe Diagnose und die richtige Therapie mit einem wirksamen Triptan können verhindern, dass die Krankheit chronisch wird."

Mehr Informationen über Migräne erhalten Sie bei der Initiative "Aktiv gegen Migräne" unter der kostenfreien Hotline 0800 / 7654323 und im Internet unter www.aktivgegenmigraene.de.

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Rückfragen: Gerd Röckl
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