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WAZ: Tamiflu gegen Vogelgrippe
(veröffentlicht von Redaktion)

Pressespiegel

Der Bauch ist ein Skeptiker - Kommentar von Petra Koruhn
 
02.03.2006 - 19:57 Uhr

Essen (ots) - "Es gibt keinen Grund zur Panik.” „Die Vogelgrippe ist eine Tierseuche.” „Tami-flu hilft nicht unbedingt gegen Vogelgrippe.” Die Sätze zur kollektiven Entwarnung, wir können sie auswendig. Nun ist noch ein Satz hinzugekommen: „Horten ist sinnlos.” Information als ein Weg zu kühlem, zu klugem Handeln? Das kann man vergessen. Der Umgang mit einem Medikament namens Tamiflu, das sich nun in Badezimmerschränken stapelt, hat der (naiven) Hoffnung, Aufklärung könnte Besonnenheit erzielen, einen Dämpfer verabreicht.


Die Immunität gegen Fakten hat allerdings einen Grund: Der Mensch, mag er sonst die Prinzipien der Rationalität hoch preisen – wenn er Angst hat, vertraut er nicht dem Kopf, sondern dem Bauch. Und der sagt a): Was ist, wenn sich trotz aller Bekundungen das Virus doch von Mensch zu Mensch übertragen lässt? Schließlich können sich Forscher irren. Ein Satz wie „Tamiflu hilft nicht unbedingt gegen Vogelgrippe” lässt den Schluss zu: „vielleicht ja doch”. Der Bauch ist ein Skeptiker, er sagt sich b): Warum nicht für den Fall der Fälle schon mal die Medizin im Schrank haben? Beides – a und b – sind zunächst nicht Zeichen von Hysterie, sondern Fragen, gespeist aus der Sorge um das eigene Wohlergehen, das der Kinder, das der Familie.

Die Logik ist doch einfach: Warum nicht horten? Was kann schon passieren, außer dass das Verfallsdatum abgelaufen ist, man die 34 Euro für die Tonne ausgegeben hat? Egal, für den Fall der Fälle hat man auf die Pille Sicherheit gesetzt. Ein Prinzip, das von Ärzten belächelt wird, ein Prinzip aber, das Vorsorge heißt – und nach dem wir wohl alle mehr oder minder erzogen worden sind. Der einzige Haken, der uns mit unserer Vorsorge ins Leere laufen lässt, ist: Es gibt keine Sicherheit.

Wenn schon – ein Versuch ist es wert, sagt sich vielleicht mancher und gönnt sich das Medikament zum Eigenbedarf. Aber Vorsicht: Hier liegt die wirkliche Gefahr – in der falschen Einnahme. Tamiflu kann man nicht einwerfen wie einen Drops; die Verabreichung muss unter ärztlicher Anweisung erfolgen. Nur der Arzt kann sehen, ob man mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit wirklich Grippe-Symptome zeigt oder nur an einem viralen Infekt leidet. Wer das Mittel im Schrank hat, für den ist die Versuchung groß, einfach etwas einzunehmen.

Falschanwendung führt zu einer großen selbst verschuldeten Nebenwirkung – wobei die Nicht-Wirkung noch das geringste Übel ist. Es geht um die Gefahr von Resistenzen. Leidensgeschichte der Antibiotika. Das ist das Problem, was selbst hervorragende Mittel fast ins Aus drängt – durch falsche Einnahmen werden die Mittel wirkungslos.

Bevor man sich von seinen Freunden, Kollegen, Nachbarn vom Virus der Angst anstecken lässt, sollte man einmal über diesen Satz nachdenken: Horten ist sinnlos.


Rückfragen bitte an:

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Telefon: (0201) 804-0
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