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Bundesregierung will bei Diabetikern sparen
(veröffentlicht von Redaktion)

Pressespiegel

Moderne Insulintherapie soll Neuerkrankten vorenthalten werden
 
07.02.2006 - 15:57 Uhr

Berlin (ots) - Ein bislang interner Beschlussentwurf des gemeinsamen Bundesausschusses der Bundesregierung sieht vor, dass Millionen Diabetikern die Möglichkeit einer Behandlung mit modernen Insulinanaloga versagt werden soll.
(Das Papier ist dem IFGA - Institut für Gesundheitsaufklärung - zugespielt worden.) Insulinanaloga sind neue Medikamente, die nach Meinung von Experten in der Behandlung von Diabetes einen Quantensprung in der Therapie der Betroffenen darstellen.


"Dass diese Arzneien für Kassenpatienten zukünftig nicht mehr bezahlt werden sollen, habe ausschließlich wirtschaftliche Gründe", meint Prof. Dr. Rüdiger Landgraf, ehemaliger Präsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft. Es sei ungerecht, dass nur noch Diabetiker, die bereits Insulinanaloga bekommen, die Medikamente auch zukünftig erhalten sollen.

Tatsache ist, dass der Beschlussentwurf bereits das Datum vom 21. Februar 2006 trägt. Dies bedeutet, die vorher entworfenen Pläne sind offensichtlich schon beschlossene Sache. "Das ist ein Skandal", so das IFGA. In dem Beschluss heißt es: "Der Gemeinsame Bundesausschuss kann die Verordnung von Arzneimitteln ausschließen, wenn die Wirtschaftlichkeit nicht nachgewiesen ist..."

"Die Vorenthaltung von anerkannter Medizin für Leidende, ist eine Frechheit", so Institutsleiter Adel Massaad.

Diabetologen sind sich auch darüber einig, dass man mit den neuen Therapien diabetesbedingten Folgeerkrankungen, wie Erblindungen, Infarkte oder auch Amputationen effektiver begegnen kann, als mit der alten Insulingeneration. "Wer derartige Beschlüsse unterstützt und effektive Therapien Betroffenen lediglich aus Kostengründen entziehen will, handelt verantwortungslos", sagt Prof. Dr. Rüdiger Landgraf.

Um den Beschluss und seine Auswirkungen zu kippen, bereiten Betroffene eine Sammelklage auf EU-Ebene vor, um Forderungen nach optimaler Versorgung mit zeitgemäßen Insulin-Analoga politisch zu thematisieren.

"Sollte es tatsächlich gelingen, Diabetikern Insulinanaloga wegzunehmen und damit ihren Gesundheitszustand drastisch verschlechtern, wird auf die Bundesregierung eine Welle von Strafanträgen wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Schadenersatz zukommen", warnt das IFGA.

Pressekontakt:
Institut für Gesundheitsaufklärung
Adel Massaad
Westwall 43
47608 Geldern

Tel: 02831-1 33 08 60
Fax: 02831-1 33 08 59
Mail: info@ifga.ne


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