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Gefährliche 'Turbo-Operationen'
(veröffentlicht von Redaktion)

Pressespiegel

24.01.2006 - 11:07 Uhr

Geldern (ots) - Einen stark zunehmenden Trend zu Schnell-Operationen beobachtet das IFGA Institut für Gesundheitsaufklärung in Deutschland. "Immer mehr Kliniken versuchen mit tagesambulanten Angeboten und der Argumentation, schneller als andere zu operieren, Patienten zu werben", erklärt Adel Massaad, Leiter des IFGA, "vor Annahme derartiger Angebote sollten sich die Patienten aber ganz genau über die Gefahren informieren, denn allein in Deutschland entstehen jährlich 128.000 postoperative Wundinfektionen."


Ob Leistenbruch, Schönheitsoperationen oder neuerdings auch bei Magenband-Operationen: Immer mehr -  meist private Kliniken - versuchen Patienten mit dem Argument der schnellen OP anzulocken. Nach "24 Stunden wieder voll belastbar" oder "Am selben Tag noch nach Hause" sind dabei gängige Formulierungen. Oft ist für den Betroffenen die Tragweite möglicher Negativfolgen aber nicht bewußt. "Was auf den ersten Blick verführerisch erscheint und den voreiligen Schluß: ,schnelle Operation gleich schnelle Genesung' folgern läßt, birgt große Gefahren", erklärt Dr. Günter Gerhard vom medizinischen IFGA-Beirat, "die Gefahr von Infektionen nach einer Operation ist grundsätzlich immer vorhanden. Schon darum sollte ein frisch Operierter von Ärzten und fachkundigem Personal besonders nach Vollnarkosen betreut werden. Wer zuhause eine Infektion oder plötzliche Kreislaufprobleme als Narkosefolge bekommt, potenziert nachhaltige Gefahren und setzt im schlimmsten Fall sein Leben aufs Spiel."

Wie das IFGA feststellte, schließen sich städtische bzw. Uni-Kliniken dem Trend zur "McDrive-OP" allerdings nicht an, sondern versuchen besonders nach einer Operation den Betroffenen eine bestmögliche Nachbehandlung und verantwortungsvolle Rund-um-die-Uhr-Betreuung zukommen zu lassen. Mit Verständnislosigkeit reagieren auch immer mehr Klinikärzte auf Fast-OPs. "Wenn eine Autowerkstatt anbieten würde, eine große Inspektion in nur einer Stunde durchzuführen, würde da sicher niemand hingehen", sagt Dr. Günter Gerhard, "warum sich Patienten selbst aufwendige Magen-Operationen im Schnell-Verfahren zumuten, ist mir unverständlich."

Viele Kliniken lassen sich vor derartigen Operationen einen Haftungsausschluß unterschreiben. Massaad: "Mit seiner Unterschrift erteilt der Patient dem Operateur bzw. der Klinik quasi einen Freibrief und hat es im Falle von Problemen schwer, zu seinem Recht zu kommen."

Nahezu unbekannt sind auch die Fakten, was nach einer Operationen alles passieren kann. Bei etwa drei Prozent aller Operationen kommt es zu einer postoperativen Wundinfektion. Das sind mehr als 128.000 Infektionen pro Jahr allein in Deutschland. Mehr als 60 % aller postoperativen Wundinfektionen sind auf den Bereich der Inzision beschränkt, d.h. sie entstehen durch Bakterien, die in die Operationswunde gelangen, auch wenn die Wnde nur sehr klein ist. Die häufigsten Verursacher postoperativer Wundinfektionen sind Staphylococcus aureus, Staphylococcus epidermidis, Methicillinresistente S. aureus (MRSA) und Methicillinresistente S. epidermidis (MRSE). Nach Angaben des amerikanischen Centres for Disease Control and Prevention (CDC) zieht jede postoperative Infektion eine Verlängerung des stationären Aufenthaltes im Krankenhaus um durchschnittlich 7,3 Tage nach sich. Rechnerisch ergeben sich daraus zusätzliche Behandlungskosten von mehreren hundert Millionen Euro pro Jahr allein in Deutschland.


Pressekontakt:
IFGA Institut für Gesundheitsaufklärung
Ansprechpartner: Adel Massaad
Westwall 43
47608 Geldern
Tel. 0 28 31-1 33 08 60
Fax  0 28 31-1 33 08 59
Email: info@ifga.net


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