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Erhebliche Behandlungserfolge bei Herzinfarkten
(veröffentlicht von Redaktion)

Pressespiegel

30. Interdisziplinäres Forum der Bundesärztekammer
 
13.01.2006 - 11:57 Uhr

Berlin (ots) - Der Herzinfarkt ist bei alten Menschen schwerer zu erkennen, weil die typischen Symptome, wie zum Beispiel heftiger Schmerz im Brustkorb, bei ihnen weniger ausgeprägt sind oder gar nicht auftreten. Darauf haben Experten auf dem 30. Interdisziplinären Forum der Bundesärztekammer in Berlin hingewiesen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes starben im Jahr 2004 in Deutschland 67.736 Menschen an akuten Herzinfarkten, zu 54 Prozent Männer, zu 46 Prozent Frauen. Insgesamt sterben aber an Herz-Kreislauferkrankungen, wozu neben dem akuten Herzinfarkt auch die chronische ischämische Herzkrankheit sowie die Herzinsuffizienz zu rechnen sind, mehr Frauen als Männer: "Frauen starben entsprechend häufiger an einer Herz-Kreislauferkrankung, weil sie im Durchschnitt älter werden als Männer", erklärte Dr. Ann-Kathrin Meyer vom Allgemeinen Krankenhaus Wandsbek.


Den Fortschritten in der Medizin ist es zu danken, dass im Jahr 2004 die Zahl der Todesfälle in Folge von Herz-Kreislauferkrankungen um 7,1 Prozent auf 368.472 Todesfälle gesunken ist. Erhebliche Erfolge konnten vor allem bei der Behandlung des akuten Koronarsyndroms erzielt werden, worunter die Experten den Herzinfarkt und die instabile Angina pectoris verstehen. Durch die so genannte primäre Koronarintervention, bei der mit Hilfe eines Herzkatheters und eines Ballons die Engstellen der Herzkranzgefäße aufgedehnt werden, ist es gelungen, die Sterblichkeit infolge eines Herzinfarktes im Krankenhaus deutlich zu senken. "Die Durchführung einer Koronarintervention während eines akuten Infarktes erfordert jedoch eine große Erfahrung, um dem Patienten ein optimales Ergebnis bei geringer Komplikationsrate zu ermöglichen", sagte Dr. Andreas Goette von der Otto-von-Guericke-Universitätsklinik in Magdeburg.

Da 80 Prozent der Krankenhäuser in Deutschland keine Möglichkeit zur Akutintervention hätten, ließe sich das Zeitintervall zwischen Symptombeginn und Herzkathetereingriff von maximal 120 Minuten nur durch die Etablierung von Versorgungszentren einhalten. Denn um dieses Zeitintervall einhalten zu können, sei ein Herzkatheterbereitschaftsdienst von 24 Stunden am Tag und an 7 Tagen in der Woche notwendig, so Goette.


Pressekontakt:
Pressestelle der deutschen Ärzteschaft,
Tel. (030) 4004 56-700


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