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München: Gut zu Fuss über Fairways und Greens

  veröffentlicht von Redaktion

News

Jede Ausgabe eines Golfjournals beinhaltet Berichte über die neuesten Entwicklung des Golfequipments. Jeder interessiert sich für die neue Schläger und Bälle. Die wahrscheinlich wichtigste aber am wenigsten beachtete Technologie des Golfsspiels betrifft aber den phänomenalen Motor, den menschlichen Körper.

Üblicherweise wird den physischen Voraussetzungen für die Ausübung des Golfsportes wenig Beachtung geschenkt. Erst wenn Sand ins Getriebe kommt und das Spiel von dem oder jenen Wehwehchen oder auch größeren Beschwerden gestört wird, beginnt man nach den Ursachen zu forschen. Gerade im Golfsport spielen die altersbedingten Verschleißerscheinungen so eine große Rolle, da dieser Sport von einem verhältnismäßig hohen Anteil von über 50jährigen betrieben wird. Auch der Anteil von golf-bedingten Verletzungen steigt in dieser Altersgruppe auf 65% pro Jahr während die 30-50 jährigen eine Verletzungsrate von ca 30 % haben. Führend in der Statistik der Golf bezogenen Beschwerden ist der Rücken. Hier sind schwungbezogene Probleme dominierend.

Gerade für den älteren Golfer aber ist der Aspekt der körperlichen cardio-vaskulären Trainings wichtig. Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen werden von dem Ausdauertraining beim Golfen günstig beeinflusst unter einer Vorraussetzung - man ist gut zu Fuß. Aber auch für den Golfschwung ist die solide Basis des Stands und der auf den Fuss bezogenen Schwungabwicklung wie auch die Balance bis in die Ausschwungphase von großer Bedeutung.

Der Ballen, die Ausbuchtung am inneren Fußrand - dort wo der Große Zeh in den Mittelfuß übergeht , gibt am häufigsten Anlaß für Beschwerden. Der Golfschuh soll einen rutschfesten Stand und einen guten Halt für den Fuß bieten. Dies bedingt , dass breite Vorfüße vor allem wenn sich eine starke Vorwölbung bei einem Hallux valgus gebildet hat, im Golfschuh unzureichend Platz finden , mit der Folge von schmerzhaften Druckstellen mit ausstrahlenden Nervenschmerzen, Blasen, einem entzündeten Schleimbeutel , der aufbrechen und sich sogar mit Bakterien infizieren kann. Wenn diese Probleme mit ausreichend weiten Schuhen nicht gelöst werden können, bleibt nur die Behebung dieses Problems durch eine Operation übrig.

Einlagen helfen laut Dr. Kinast bei diesem Problem nichts.

Ein vergrößerter Ballen findet man auch beim Hallux rigidus, der Arthrose im Großzehengrundgelenk. Auf der einen Seite stört auch hier je nach Ausprägungsgrad der Arthrose der vergrößerte Ballen , aber grade in den Anfangsstadien stört hier die schmerzhafte Abrollbewegung. Ist die Seite der Schwungseite betroffen, sind negative Folgen für die gesamte Schwungabwicklung gegeben. Die Belastung in der ersten Schwungphase wird vom Vorfussinnenrand auf den Außenrand verlagert, der Belastungstransfer von hinteren auf den vorderen Fuß wird beeinflusst und auch Hüftrotation in der follow through ( Durch-und Ausschwungsphase) werden verzögert bzw. unterbunden. Natürlich ist das flüssige zügige Gehen über Fairways und Greens dann auch behindert nicht nur zum Leitwesen des unmittelbar Betroffenen. In Anfangsstadien der Arthrose können steifsohlige Schuhe mit dämpfenden Einalgen evtl. mit einer zusätzlichen Schuhzurichtung auf Höhe des Großzehengrundgelenkes Linderung verschaffen. Neue gelenkerhaltende Operationstechniken können die sonst drohende Versteifung oder Entfernung des Gelenkes verhindern. Deshalb gilt auch hier nicht mehr die Empfehlung: "Warten Sie mit einer Operation so lange bis es gar nicht mehr geht". Dr. Kinast aber rät zur rechtzeitigen Operation , denn wenn der Knorpel des Gelenkes sich völlig aufgelöst hat, sind gelenkerhaltende Operationen nicht mehr ratsam. Prothesen und andere Knorpelersatzmaterialien haben sich leider bisher nicht bewährt.

Hammerzehen finden sich häufig im Zusammenhang mit einem Hallux valgus (mehr>>). Die zunehmende Alterung des Fusses führt zur Rückbildung der Fussmuskulatur zum Auseinanderweichen der Mittelfussknochen und damit zu den typischen Spreizfussbeschwerden mit Schmerzen beim Abrollen unter den Mittelfussköpfchen. Auch hier kann man mit dämpfenden Einlagen und steifsohligen Schuhen Abhilfe schaffen. Dank neuer Operationsmethoden kann heute laut Dr. Kinast auch in scheinbar hoffnungslosen Fällen ein gutes funktionelles Resultat erreicht werden, jedoch gilt auch hier es nicht so weit kommen zu lassen. Ausreichend große Schuhe vor allem auch gerade im Kinder und Jugendalter stellen neben Dehnungsübungen und Kräftigungsübungen auch für die Muskulatur des Fußes die beste vorbeugende Maßnahme dar.

Schlechtes Schuhwerk kann auslösender Faktor für Beschwerden der Achillessehene sein. Eine große Zahl der Golfschuhe gehorcht mehr den speziellen ästhetischen Aspekten des Golfers und der Golferin als den funktionellen Ansprüchen. Bei der beim schnellen Gehen notwendigen Durchbewegung des Fusses im oberen Sprunggelenk drückt die feste Oberkante des Golfschuhs in den Achillessehnenansatz und kann hier zur Entzündung von Sehne und Schleimbeutel unter der Sehne führen. Häufig zu beobachten ist dann die dauerhafte chronische Verdickung der Sehne und der ganzen Ferse. Überlastung des Fusses allgemein oder ungewohnte Mehrbelastung können Auslöser für das Fersenspornsyndrom einer stark schmerzhaften Veränderungen der Sehnenplatte der Fusssohle sein. Eine Vielzahl von Therapieempfehlungen werden hier abgegeben. Die Stosswellentherapie hat in den letzten 10 Jahren als die effektivste Therapieoption erwiesen. Leider wird sie von den gesetzlichen und auch vielen privaten Versicherungen nicht erstattet.

Golf-Aktuell 2004


ZENTRUM FÜR CHIRURGIE UND THERAPIE
FUSS & SPRUNGGELENK
Prof. Dr. med. Johannes Hamel
Dr. med. Christian Kinast
Schützenstr. 5
D-80335 München
Tel. +49 89 55 25 11- 0
Fax +49 89 55 25 11- 55
e-Mail: info@fuss-center.de
Internet: http://www.fuss-center.de/



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