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Mind/Body Medicine überzeugt Ärzte und Therapeuten

  veröffentlicht von Redaktion

Pressespiegel

Stressreduktion: Beste Evidenz bei Herzerkrankungen, Kopfschmerzen und anderen chronischen Krankheiten

15.09.2006 - 14:24 Uhr

Düsseldorf (ots)- Im Zusammenhang mit Gesundheit werden Begriffe wie Achtsamkeit, Spiritualität und selbst Yoga von den meisten Ärzten als fragwürdige Alternativmethoden gesehen. Dass es sich dabei tatsächlich um "Techniken" handelt, die nachweislich erfolgreich sind bei Behandlung und Vorbeugung chronischer Erkrankungen, wurde auf der ersten Mind/Body Summer School des Lehrstuhls für Naturheilkunde und Integrative Medizin der Universität Duisburg-Essen Mitte August eindruckvoll belegt. So zeigten beispielsweise Metaanalysen zu koronaren Herzkrankheiten, dass die Wirksamkeit der Stressreduktion bei diesem Krankheitsbild das Kriterium "beste Evidenz" erfüllt. Bekannt ist längst, dass ein Großteil der chronischen Erkrankungen durch den heutigen Lebensstil ausgelöst oder befördert werden - neben Bewegungsmangel und falscher Ernährung spielt die Stressbelastung im Beruf- und Privatleben dabei eine maßgebliche Rolle.


Doch während beispielsweise an der Harvard Medical School bereits seit über zwei Jahrzehnten darüber geforscht wird, welche therapeutischen Möglichkeiten aus Untersuchungen der Stress-Physiologie abgeleitet werden können, ist diese "Mind/Body-Medicine" (MBM) in Deutschland noch weithin unbekannt.

Langjährige und wissenschaftlich dokumentierte Erfahrungen hat der Essener Lehrstuhl an den Kliniken Essen-Mitte gesammelt. In Kooperation mit Experten aus Harvard und gefördert durch die Erich Rothenfußer Stiftung hat das Team um Professor Dr. med. Gustav Dobos interessierten Ärzten und Therapeuten deshalb Grundlagen und praktische Anwendungen der MBM im Rahmen der 1. Summer School näher gebracht - und dafür durchweg Lob seitens der knapp 100 Teilnehmer geerntet.

Überzeugend waren vor allem die in großer Zahl präsentierten Studien über die Wirksamkeit von MBM bei bestimmten Krankheitsbildern. "Beste Evidenz" gibt es zum Beispiel außer bei koronaren Herzerkrankungen bei Kopfschmerzen, Rückenbeschwerden, Bluthochdruck oder bei Operationsvorbereitung bzw. nach Operationen. D.h. MBM sorgt nicht nur für subjektive Besserung aus Patientensicht, die Wirksamkeit wird auch durch ärztliche Untersuchungen und die Analyse biochemischer Prozesse belegt.

Dabei kann es teilweise zu wirklich überraschenden Erkenntnissen: So zeigte sich, dass KHK-Patienten nach strukturierter Stressreduktion über einen Zeitraum von 70 Monaten deutlich häufiger "ereignisfrei" leben, als diejenigen, denen Bewegungsprogramme verordnet wurden, die selbst schon deutliche Vorteile gegenüber der üblichen Versorgung aufweisen. Und die Zahl der Fälle von Angina Pectoris sank bei Patienten, die sich über ein Jahr einer insgesamt hundertstündigen Lebensstil-Therapie unterzogen, um über 50 Prozent - bei Patienten, denen die Ärzte nur eine Umstellung des Lebensstils empfahlen, stieg die Fallzahl dagegen um rund 10 Prozent.

"Die Summer School hat den Teilnehmern gezeigt, welche Rolle Stress bei Entstehung und Behandlung einer wachsenden Zahl von Erkrankungen spielt. Zugleich konnten wir durch Theorie und klinische Erfahrungen belegen, wie Methoden der Spannungsregulation - zu denen neben Yoga, Hatha Yoga, Qigong, Meditation auch die Förderung von Achtsamkeit, Spiritualität und Ordnungstherapie gehören - das Krankheitsgeschehen positiv beeinflussen, wenn sie im klinischen Kontext bzw. unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden", bilanziert Prof. Dobos die Summer School. Die Resonanz der teilnehmenden Ärzte und Therapeuten hat jedenfalls dazu geführt, dass für das kommende Jahr neben der Summer School praxisorientierte Aufbaukurse und Workshops angeboten werden, um das vermittelte Wissens an Ort und Stelle umzusetzen.

Pressekontakt:
Carol Man M.A., Stiftungsprofessur für Naturheilkunde und Integrative
Medizin der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
der Universität Duisburg-Essen
Tel.: (0201) 805 4017, e-Mail: c.man@kliniken-essen-mitte.de
Prof. Dr. med. Gustav Dobos, e-Mail: g.dobos@kliniken-essen-mitte.de
Internet: www.uni-essen.de/naturheilkunde/de/index.php



Mit freundlicher Empfehlung von
MED-Magazin.de (http://www.medmagazin.de/)



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