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22.06.2005 - 16:18 Uhr Würzburg (ots) - Umweltmediziner fürchten eine weitere Verwässerung des vorbeugenden Gesundheitsschutzes beim zukünftigen europäischen Regulierungssystem für Chemikalien REACH. Schon jetzt sind erhebliche Abstriche gegenüber der ursprünglichen Vorlage aufgrund einer gezielten Lobbyarbeit der Chemischen Industrie zu verzeichnen. Die Ärzteschaft ist aufgefordert, ihren Einfluss gegen weitere aus medizinischer Sicht nicht akzeptable Zugeständnisse geltend zu machen.
Auf ihrer mittlerweile 5. gemeinsamen Jahrestagung vom 24.-26. Juni in Würzburg werden der Deutsche Berufsverband der Umweltmediziner (dbu), die Deutsche Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxikologie (DGUHT), die Interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin (IGUMED) und der Ökologische Ärztebund (ÖÄB) mit unterschiedlicher Zielsetzung das Thema "Chemie und Umweltmedizin -Chancen und Risiken" behandeln.
Am Freitagnachmittag werden mit dem Thema "Gebäudebedingte Erkrankungen - Schwerpunkt Büro" vor allem auch praktische Lösungen für alle Probleme rund um Arbeitsplatz und Gesundheit angeboten. So werden nicht nur die typischen Schadstoffbelastungen in Büro- und Privaträumen behandelt sondern auch die entsprechenden Nachweismethoden vorgestellt und eine mögliche Auswahl von Baumaterialien nach gesundheitlichen Gesichtspunkten diskutiert. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht am Samstag die Europäische Chemikalienpolitik. Aus verschiedenen Blickwinkeln wird das geplante Regulierungssystem REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung (Zulassung) von Chemikalien) beleuchtet. Der bisher vorliegende Entwurf der EU-Kommission wird äußerst kontrovers in Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit diskutiert. Gerade niedergelassene Umweltmediziner werden in ihrer Praxis oftmals frühzeitig mit den gesundheitlichen Auswirkungen niedrigdosierter chronischer Chemikalienbelastungen konfrontiert, die für eine Reihe schwerer Erkrankungen verantwortlich gemacht werden. Die Umweltmedizin ist besorgt, dass die im Sinne des vorbeugenden Gesundheitsschutzes ursprünglich sehr umfassende Vorlage weiter verwässert wird und aus medizinischer Sicht nicht akzeptable Abstriche und Zugeständnisse an die Industrie gemacht werden. Auf der Tagung werden Experten die Inhalte von REACH aus Sicht der Toxikologie und Arbeitsmedizin, der Gewerkschaften, der Umweltverbände sowie der Umweltmedizin und der Bundesärztekammer darstellen.
Am Sonntag werden beim Thema "Chemie und Gentechnik in der Landwirtschaft - eine Risikobewertung" u.a. der Pestizideinsatz bei gentechnisch verändertem landwirtschaftlichen Produkten sowie der Stellenwert des Vorsorgeprinzips behandelt.
Im Anschluss an die Vortragsblöcke und am Tagesschluss werden jeweils Podiumsdiskussionen mit allen ReferentInnen angeboten, bei denen auch Fragen aus dem Publikum zugelassen sind.
Pressekonferenz: Freitag, 24.6.2005, 10.30 Uhr Veranstaltungsort: Residenz-Gaststätten, Residenzplatz Würzburg Teilnehmer: jeweils ein Referent zu den Themen Gebäude, Chemie und Gentechnik
Presse-Mappe mit ausführlichem Programm, Interview-Wünsche etc.: RA Wolfgang Baumann, Deutsche Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxikologie (DGUHT), Annastr. 28, 97072 Würzburg, Tel.: 0931/460 46 48, Fax: 0931/460 46 70, E-Mail: info@baumann-rechtsanwaelte.de
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