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Ärztepräsident fordert bessere finanzielle Situation für niedergelassene Ärzte

  veröffentlicht von Redaktion

Pressespiegel

21.05.2006 - 12:57 Uhr

Berlin (ots) - Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, hat eine Verbesserung der Situation für niedergelassene Ärzte gefordert. "Die niedergelassenen Ärzte haben so knappe Mittel, dass sie bei der Behandlung die jeweiligen Patientenschicksale gegeneinander abwägen müssen. Sie müssen dauernd Rationierungsentscheidungen treffen: Welcher Patient braucht mehr, von wessen Budget lässt sich das abzweigen?", sagte Hoppe im Interview mit dem Tagesspiegel (Montag-Ausgabe) vor dem am Dienstag beginnenden Ärztetag in Magdeburg. Außerdem hätten sie "erhebliche Einbrüche bei den Honoraren zu verkraften, weil der versprochene Punktwert von 5,11 Cent, bei den Abrechnungen fast nirgendwo mehr eingehalten wird". Mancherorts liege der Punktwert unter zwei Cent.


Es sei "unerträglich", sagte Hoppe, "dass diejenigen, die hier Leistungen erbringen, ein Drittel dieser Leistungen nicht bezahlt bekommen und damit das System subventionieren". Von der Politik forderte er mehr Freiheit für die Leistungserbringer, den Abbau der "ganzen misstrauensbedingten Bürokratie" und eine neue Finanzierungsstruktur. Lohnabhängige Arbeit allein könne das System nicht mehr finanzieren. Hoppe kritisierte die fehlende Einflussnahme der mitregierenden Unionsparteien auf die Gesundheitspolitik. Das Thema sei bei der SPD verankert geblieben, das Ministerium mache weiterhin "die Politik, die es in der rot-grünen Ära gemacht hat".

Inhaltliche Rückfragen richten Sie bitte an: Der Tagesspiegel, Politikredaktion, Tel. (030) 26009-389

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